Krank und Autonom
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Christoph Schlingensief an Freunde und Familie von Frederike

frederike kantine

Liebe Familie, Liebe Freunde von Frederike,

Ich bin noch in Mozambique und habe die Nachricht heute nachmittag erhalten.
Kann kaum beschreiben, wie nahe mir das geht!
Frederike war nach allem, was sie berichtet hat und was ich gehört habe,
eine außerordentliche , großartige Person.
Ich bin ihr sehr stark verbunden und denke, dass sie auch beim Festspielhaus Afrika dabei sein wird. Ich werde sie dort in unser Gedenk-und Gästebuch eintragen, auf dass sie uns mit ihren wunderbaren, weichen und offenen Gedanken begleite und von oben gute Kräfte schickt!

Ich würde sie jetzt sehr gerne in den Arm nehmen !
War heute auf einem riesigen Friedhof in Maputo.
Hier ist das Sterben Bestandteil des Lebens.
Keine Extraerscheinung, keine Ausnahme, keine Sensation oder eine Katastrophe. Hier ist das Sterben allgegenwärtig, und deshalb wunderbar integriert in die kurze Zeit des Lebens auf Erden.

Als wir dort waren, wurden gerade zwei Kindersärge zu Grabe gefahren
und viele, viele Menschen folgten und haben gesungen, geweint hat kaum jemand. Es war als wären alle im Anblick dieses riesigen Friedhofs der Meinung, dass so viele Menschen nicht irren können.
Das Sterben, beerdigt werden, ist nur ein Teil unseres Lebens. Es gehört aber dazu und erinnert uns immer wieder an diesen kurzen, eindrucksvollen Augenblick auf Erden.

Was dann folgen wird ist sicher auch nicht schlecht,
jedenfalls wußte ich in diesem Moment: Ich bin nicht alleine.

Einen sehr herzlichen, liebevollen Gruß !

Ihr und Euer Christoph Schlingensief

 

Hintergründe

Bei Christoph Schlingensief wurde Anfang 2008 Lungenkrebs diagnostiziert. Der bekannte und auch im Laufe seiner Krankheit weiterhin künstlerisch tätige Film- und Theaterregisseur verfolgt mit dieser Seite die Idee, ein kleines Netzwerk aufzubauen, das Patienten unterstützen soll, bei denen vor kurzem Krebs oder ALS diagnostiziert worden ist.

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Arbeiten von Patienten

Gabriela Pietrusky
Buch „Aus-Gesprochen“
Falko und Sabine T.
Band „The Space Rangers“