Ich war gesund,
Ich lebte gesund,
Ich ernährte mich gesund,
Eigentlich war ich kerngesund.
Ich lebte gesund, war Nichtraucher, ernährte mich gesund.
War seit ca. 25 Jahren Vegetarier. Obst und Gemüse kam aus dem eigenen Garten auf den Tisch. Getreide aus dem Bioladen. Brot wurde gebacken, also Vollwert und gesund.
Und dann war da Blut im Stuhl. Ich dachte an Hämorriden und die ließen sich bald ertasten.
Ich ging zum Arzt und der schickte mich gleich in die Klinik.
Es begann die Diagnostik: EKG, Röntgen, CT, Endosonographie, Gastroskopie, Kontrastmittelsonographie, Koloskopie mit Gewebsentnahme. Und zwischendurch rektale Untersuchungen,
Diagnose: Anal/Rektumkarzinom-Darmkrebs
Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Darmkrebs???
Wie geht es jetzt weiter?
Mir wurde als erste Therapie die Operation vorgeschlagen.
Dann wurde in einer aufwendigen Operation die von Krebs befallenen Darmabschnitte entfernt, der Schließmuskel, der untere Darmabschnitt mit der entsprechenden Blutversorgung und Lymphknoten usw.
Histologische Untersuchung:
Lymphknoten ohne Befund, Resektionsränder tumorfrei, keine Metastasen.
Der verbliebene Darm wurde nach außen verlegt und ich lebe seitdem mit dem Stoma.
Relativ schnell wurde ich aus der Klinik entlassen und am nächsten Tag zeigte sich der „ Erfolg“. Die Naht im Schritt platzte auf und eine 5 cm lange und sehr tiefe Wunde blutete stark.
Am nächsten Tag wieder in die Klinik. Die Wunde wurde täglich ambulant in der Klinik behandelt, aber nur 7-mal (Fallpauschale-Gesundheitsreform?), dann musste der Hausarzt ran.
Die Onkologen in der Klinik empfehlen eine stationäre, kombinierte Radio-Chemotherapie,
2x 1 Woche. Danach und dazwischen ambulante Chemo.
Ich entscheide mich gegen eine Strahlen- und Chemotherapie, weil ich mich erinnere an zwei Freundinnen.
Die eine, wie ich, an Darmkrebs erkrankt, ließ alle Therapieangebote über sich ergehen und ertrug die vielfältigen Nebenwirkungen. Nach zwei Jahren Dauertherapie kam der Tod und beendete einen langen Leidensweg.
Die andere, an Brustkrebs erkrankt, nahm alle Therapieangebote der Onkologen an. Und verstarb nach einem zweijährigen Leidensweg.
Ich werde mich erst einmal vom Klinik-und Krankheitsstreß in meinem Garten erholen und den hoffentlich schönen Sommer genießen.
Im Herbst werde ich dann die Nachsorgeuntersuchungen machen lassen.
Begleitend trinke ich täglich Jiaogulantee und hoffe alles wird gut!
Viele Grüße aus Bremen
Rolf Kobbe
